Dis/Kontinuitäten
Rassismus, Antisemitismus und (nicht-)Erinnern in der Postmigrationsgesellschaft
28.10.2026 bis 05.11.2026
Mit multimedialen Ausstellungsbeiträgen von Studierenden der Leuphana Universität, entwickelt in verschiedenen Seminaren von Prof. Dr. Ellen Kollender und Prof. Dr. Monika Schoop sowie im Rahmen des Projekts „Zukünfte des Erinnerns in der Postmigrationsgesellschaft: Konflikte, Kontinuitäten, Konkurrenzen”.
Eröffnung: 27.10.2026, 19:30
Deutschland ist eine Postmigrationsgesellschaft – eine Gesellschaft, in der Migration ein zentraler Bestandteil gesellschaftlicher Wirklichkeit ist und politische, soziale und institutionelle Strukturen fortlaufend verändert. Rassismus und Antisemitismus sind Teil dieser gesellschaftlichen Verhältnisse und artikulieren sich in unterschiedlichen Formen.
Das Erinnern und die Anerkennung rassistischer und antisemitischer Gewalt- und Diskriminierungsgeschichten sind von gesellschaftlichen Machtverhältnissen geprägt: Sie beeinflussen, wessen Erinnerungen Geltung erhalten und welche Stimmen gehört werden. Oft werden dabei Erinnerungen an rassistische und antisemitische Gewalt getrennt voneinander betrachtet oder dethematisiert. Historische und aktuelle Verflechtungen bleiben so unbeachtet. Ihre Thematisierung ist jedoch notwendig, um Konflikte und Ambivalenzen des Erinnerns besser einzuordnen und der Mehrstimmigkeit unserer Gesellschaft gerecht zu werden.
Die Ausstellung greift diese Spannungsfelder von Erinnern und Vergessen auf und fragt, wie Rassismus, Antisemitismus und ihre Verflechtungen in Schule und Musik erinnert und bearbeitet werden. Erinnern verstehen wir dabei als dynamischen Prozess: Er deutet die Vergangenheit aus der Gegenwart heraus und eröffnet Möglichkeiten, Erinnerung machtkritisch und vielstimmig zu gestalten. Die Ausstellung lädt dazu ein, DIS/KONTINUITÄTEN von Rassismus und Antisemitismus in der Postmigrationsgesellschaft aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten, zu hinterfragen und miteinander in Beziehung zu setzen.